Archiv der Kategorie ‘Blogroll‘

 
 

Zeitungsanzeige fordert Internationales Insolvenzverfahren

Aus Anlaß der morgen in Doha beginnenden UN-Entwicklungsfinanzierungskonferenz hat die Aktion Deine Stimme gegen Armut heute eine Zeitungsanzeige in der Financial Times Deutschland veröffentlicht. Die Anzeige, die im Stil einer e-mail an Bundeskanzlerin Merkel gehalten ist, fordert entschlossenes Handeln zur Finanzierung von Armutsbekämfpung und Entwicklung. Explizit wird auch die Einführung eines fairen und transparenten Insolvenzverfahrens verlangt. erlassjahr.de unterstützt diese Forderung und hofft, dass sich Entwicklungsministerin Wieczorek-Zeul wie versprochen auf der Doha-Konferenz für ein Internationales Insolvenzverfahren einsetzen wird. Weitere Informationen rund um die Doha-Konferenz finden Sie beständig aktualisiert auf dieser erlassjahr.de Sonderseite. Hier im Blog wird zudem weiterhin Jürgen Kaiser, “unser Mann in Doha”, von der KOnferenz berichten.

Schnellere Hilfe für die Ärmsten

In einem 100 Sekunden langen Videoclip unserer Mitträger-Organisation One wird eindrucksvoll dargestellt was in den letzten 8 Jahren zur Erreichung der MIllennium Entwicklungsziele bereits erreicht worden ist. Gleichzeitig zeigt der Film aber auch die deutlichen Defizite auf und fordert eine schnellere Unterstützung der Ärmsten. Schauspielerin Katja Riemann spricht im Videoclip die klaren Botschaften aus.

ONE ist eine von über 800 Mitträgerorganisationen von erlassjahr.de – werden Sie auch Mitträger! Oder unterstützen Sie das Bündnis als Einzelperson.

Der IWF ist zurück im Spiel

Dass der Internationale Währungsfonds (IWF) im Zuge der Finanzkrise wieder eine größere Bedeutung erlangen würde, ist nicht erst seit dem G20-Finanzgipfel am letzten Wochenende klar (siehe den erlassjahr.de Bericht dazu). Bereits im Vorfeld hatte sich abgezeichnet, dass zahlreiche Staaten auf die Gelder des IWFs angewiesen sein würden, um einem drohenden Staatsbankrott vorzubeugen. An dieser Praxis, die für die Nehmerstaaten mit zum Teil sehr drastischen Auflagen verbunden ist, wird sich auch so lange nichts ändern, bis neue Verfahren, wie etwa das von erlassjahr.de geforderte Internationale Insolvenzverfahren, eingeführt werden.

Rainer Falk, Herausgeber des Informationsbriefs Weltwirtschaft & Entwicklung (W&E), hat in seinem Blog nun eine aktuelle Aufstellung der neuen IWF-Abkommen gelistet. Zudem berichtet er in seinem sehr lesenswerten Beitrag über die “neuen” Vergabekriterien, die dann doch wieder die alten Bestimmungen enthalten.

Podcast zu Millenniumzielen, Doha-Konferenz und mehr

Unsere Kollegen von der UN-Millennium-Kampagne haben Mitte des Jahres einen eigenen Podcast, also eine Radiosendung für das Internet, ins Leben gerufen. In der 5. Ausgabe dieses Podacsts geht es unter anderem um die Themen Millennium Entwicklungsziele und die Entwicklungsfinanzierungskonferenz in Doha. Zudem werden verschiedene Möglichkeiten vorgestellt, wie man als Bürger auch selbst aktiv werden kann. Dabei verweist der Pocdast unter anderem auch auf die erlassjahr.de Kampagne für eine Parlamentatiererklärung. Der Podcast kann hier angehört werden. Man kann ihn auch herunterladen und dann in Ruhe auf dem Computer oder einem MP3-Player oder iPod anhören. Viel Spaß dabei!

ONE berichtet über Faires und Transparentes Insolvenzverfahren

Die erlassjahr.de Mitträgerorganisation ONE berichtet in ihrem News-Blog über das Faire und Transparente Insolvenzverfahren. Unter der Überschrift ‘Wer entscheidet über Schuldenerlass?’ verdeutlicht der Artikel die Zusammenhänge von Überschuldung, Insolvenz und der Notwendigkeit von fairen Regularien, die in Fällen eines drohenden Staatsbankrott, greifen sollen. Auch ONE unterstützt unsere Eil-Aktion für ein Internationales Insolvenzverfahren.

Filmtipp: Let`s make money

Seit Donnerstag ist im Kino der Dokumentarfilm ‚Let`s make money’ des österreichischen Filmemachers Erwin Wagenhofer zu sehen. Wie schon in seinem letzten Film ‚Feed the world’ lässt er dabei unkommentiert Geschäftemacher und Betroffene zu Wort kommen: dieses Mal geht es dabei um wirtschaftliche Zusammenhänge und Finanzflüsse. Ein großes Thema ist dabei auch die Verschuldung der ärmsten Länder bei den Industrienationen und die Machenschaften der Weltbank. Er zeigt auf wie die Regularien der Weltbank die Entwicklung ärmster Länder, wie z.B. Burkina Faso, verhindern. Und er macht deutlich warum immer nur die gleiche, kleine Elite von den Erträgen der Weltwirtschaft profitiert während ein Großteil der Weltbevölkerung ums Überleben kämpft. Ein aufweckender Film, der leider im zweiten Teil seine Längen hat und bestimmte Wirtschaftszusammenhänge sehr verkürzt darstellt. Dennoch lohnt sich der Kinobesuch. Der Trailer des Films ist hier zu sehen:

Wer weitere Informationen zum Thema Verschuldung der ärmsten Länder der Welt sucht, findet diese auf der erlassjahr.de-Seite. Und wer sich Dank des Filmes engagieren möchte, findet hier Hinweise zum Mitmachen bei erlassjahr.de. Einen Antrag zur Einzelunterstützung des Bündnisses findet sich hier.

Wirklichkeit der Entwicklungshilfe

Die Welthungerhilfe und terre des hommes Deutschland haben gestern den 16. Bericht zur Wirklichkeit der Entwicklungshilfe in Berlin vorgestellt. Sie kritisieren darin den Rückgang der öffentlichen Entwicklungshilfe der Industriestaaten von 104,4 Milliarden US-Dollar im Jahr 2006 auf 103,7 Milliarden US-Dollar (2007). Damit verletze die Gebergemeinschaft ihre im Rahmen der EU und auf G8-Gipfeltreffen getroffenen Selbstverpflichtungen, erklärten die beiden Nichtregierungsorganisationen. Sie befürchten weitere Einschränkungen durch die aktuelle Finanzkrise. Eine Einschätzung, die erlassjahr.de in seinem neuesten Fachinfo zur Auswirkung der Finanzkrise auf die Entwicklungsländer teilt.

Konkret kritisiert der Bericht, daß real nur ein Fünftel der deutschen Entwicklungshilfe in die Länder, die die Hilfe benötigen, fließt: Ein großer Teil wird unter dem Posten Verwaltungskosten verbucht. Zudem werden die Kosten, die für die Aufnahme ausländischer Studenten in Deutschland anfallen, als Entwicklungshilfe verbucht. Und ein weiteres alt bekanntes Hauptproblem: auch Schuldenerlasse für arme Länder werden weiterhin als Entwicklungshilfe berechnet. Dieser Posten lag im Jahr 2007 bei immer noch 23%!

erlassjahr.de fordert vor diesem Hintergrund noch einmal die Bundesregierung dazu auf, Schuldenerlasse nicht in die offizielle Entwicklungshilfe einzuberechnen. Die Anrechnung der Schuldenerlasse ist schließlich keine echte Entwicklungshilfe, denn es fließen keine zusätzlichen Gelder, z.B. zur Armutsbekämpfung, in die verschuldeten Länder. Zugleich sollten die Industrienationen vor dem Hintergrund der Finanzkrise ihre Anstrengungen im Bereich der Entwicklungshilfe für die kommenden Jahre erhöhen, ansonsten sind die Millennium Entwicklungsziele nicht zu erreichen. Dabei zählt vor allem der politische Wille. Schließlich ist es dem deutschen Bundestag ja auch gelungen innerhalb einer Woche ein 500-Milliarden-Rettungspaket für die angeschlagenen Banken durch die Ausschüsse zu bringen. Für die ärmsten Menschen der Welt sollte dies auch möglich sein – wenn man denn wirklich will.

Fachtagung zu Finanzkrise & Entwicklungsländer

Der Evangelische Entwicklungsdienst und WEED laden am 17. November gemeinsam zu einer Fachtagung mit dem Titel “Finanzkrise & Entwicklungsländer” nach Berlin ein.
Ziel der Tagung ist es, bereits frühzeitig die Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf die Entwicklungsländer abzuschätzen. Experten, wie der ehemalige Chefökonom der UNCTAD Yilmaz Akyüz, Stephan Schulmeister vom Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung oder Kavaljit Singh aus Indien versprechen hochkarätige Analyse und interessante Vorschläge. Die Einführung hält erlassjahr.de Bündnisrat-Mitglied Peter Lanzet. Die Arbeitssprache wird Englisch sein. Weitere Informationen zum Programm und das Anmeldeformular finden sich hier.

Neuer Film von Jubilee USA zu Armutsbekämpfung und Entschuldung

Unsere Kollegen von Jubilee USA haben eine neue, 20minütige DVD produziert. Sie trägt den Titel “Stand Up, Take Action: End Global Poverty & Unjust Debt” (Steht auf, werdet aktiv: beendet die globale Armut und ungerechte Schulden). Der Film ist in zwei Teilen auch im Internet zu sehen:

Stand Up, Take Action ist auch das Motto des diesjährigen weltweiten Aktionstag gegen Armut. Rund um den Globus sind Millionen von Menschen dazu aufgerufen zwischen dem 17. und 19. Oktober gegen Armut aufzustehen. Nähere Informationen zu dieser Aktion finden sich bei den Kollegen von der UN Millennium Kampagne. Auch erlassjahr.de unterstützt diese Aktionen: organisieren Sie an diesen Tagen doch einen Infostand vor Ort. Oder laden Sie im Rahmen der Kampagne für eine Parlamentariererklärung Ihre BUndestagsabgeordneten zu einer Diskussionsveranstaltung ein. Nähere Informationen rund um die Millennium Entwicklungsziele, dem UN Sondergipel am 25.9. und was das ganze mit dem Thema Schulden zu tun hat, können Sie in unserem Flyer nachlesen.

Kommentar zum ersten Entwurf des Doha-Schlussdokuments

Der erste Entwurf des Doha-Schlussdokuments zur Überprüfung der Umsetzung des Monterrey-Konsens wurde in dieser Woche veröffentlicht. Der Entwurf soll im September und Oktober diskutiert und hoffentlich auf der eigentlichen Doha-Konferenz Ende November in Katar verabschiedet werden. Dieser erste Entwurf ist das Ergebnis der zwischenstaatlichen Diskussionen – also den Review Sessions und informellen Konsultationen in der ersten Hälfte dieses Jahres  – ebenso wie Anhörungen mit der Zivilgesellschaft und der Wirtschaft.

Unser europäischer Dachverband Eurodad hat selbigen analysiert und wir geben diesen Bericht an dieser Stelle wieder:

Eurodad begrüßt die Tatsache, dass die Verhandlungen zügig voran schreiten. Wir begrüßen weiterhin, dass das Dokument auch Bezug nimmt auf eine Reihe von neuen Herausforderungen und sich abzeichnender Probleme, die entscheidend sind im derzeitigen Kontext der globalen Finanzkrise und dem abrupten Anstieg der Lebensmittel- und Energiepreise. Hingegen sind wir zutiefst besorgt darüber, dass es diesem ersten Entwurf nicht gelingt eine ehrgeizige und konkrete Agenda in Bezug auf eine Reihe von wichtigen Fragen bei Entwicklungsfinanzierung aufzustellen. Zu den ausgelassenen Themenfeldern gehören u.a. Kapitalflucht und Besteuerung, offizielle Entwicklungshilfe und Auslandsverschuldung. Dies steht im deutlichen Gegensatz zum Jahr 2002, in dem es den versammelten Regierungen in Monterrey gelang ein Abschlussdokument zu vereinbaren, welches als Fortschritt bei der internationalen Diskussionen über die Entwicklungsfinanzierung gewertet werden konnte.

Nord- und Süd-NGOs – sowie Süd-Regierungen – haben sich seither stark kritisiert, dass die Regierungen des Nordens ihren Verpflichtungen aus dem Monterrey-Konsens nur ungenügend nachgekommen sind. Im Jahr 2007 Beihilfen sank das Volumen der öffentlichen Entwicklungshilfe und droht nun die Erreichung der Millenniums-Entwicklungsziele für 2010 und 2015 zu verhindern. Obwohl Fortschritte auch im Bereich von Schuldenerlassen erzielt wurden, sind diese immer noch unzureichend und und verhindert den finanziellen Spielraum, den die Regierungen von Entwicklungsländern benötigen um ihren eigenen Wirtschaftswachstum zu fördern und den Kampf gegen Armut substantiell voranzubringen. Nord-Regierungen und multilaterale Gremien haben auch nicht die nötigen Schritte zur Verbesserung der Kohärenz der globalen Finanz-und Wirtschaftssysteme unternommen, so dass die höheren Beihilfen und Schuldenerlasse abgestimmt sind auf einen erweiterten politischen Spielraum der Entwicklungsländer, welcher zur eigenen Entwicklung und Bewahrung nationalen Ressourcen (statt einem beständigen Abfluß ins Ausland) notwendig ist.

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