Dringende Leseempfehlung: “Grexit – und was dann?”

Einen sehr lesenswerten Artikel zu der unsäglichen Diskussion über einen Ausstieg Griechenlands aus der Eurozone enthält die jüngste Ausgabe von Le Monde Diplomatique. Unter dem Titel “Grexit  – und was dann?” entdeckt Niels Kadritzke bemerkenswerte Parallelen zwischen dem linken Flügel der Syriza und den Griechenland-Rausschmeißern bei AfD samt deren Zentralorgan, der Bildzeitung.

Den absurden Glauben an eine wundersame Auferstehung der griechischen Wirtschaft infolge einer Währungsreform, wobei der Schuldenschnitt nur noch als Nebenprodukt gehandelt wird, teilt der Syriza-Linke Costas Lapavitsas mit Olaf Henkel & Co.

Wie wirklichkeitsfremd diese Währungsdebatte an einem Ort ist, an dem die Streichung von Schulden im Mittelpunkt stehen müsste, ist, zeigt Kadritzke in seinem ebensno gut recherchierten wie lesbaren Beitrag.

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Ein Kommentar zu “Dringende Leseempfehlung: “Grexit – und was dann?””

  1. Schröder, Harald
    1. Juli 2015 um 15:23

    In der Tat ist dieser Artikel sehr informativ und lesenswert, er gefällt mir auch besser als die Fachinformationen von Erlassjahr. Besonders treffend finde ich die folgende Passage:
    “ein radikales Programm innerer Reformen, vor allem im Sinne eines effektiven öffentlichen Dienstes und der Durchsetzung strikter Steuerdisziplin, um stabile Staatseinnahmen zu garantieren..” etc, etc.
    Das habe ich von Erlassjahr so noch nicht gehört. Das macht Sinn, Sie würden ja sonst nicht Erlassjahr, sondern Reformjahr heißen.
    Nun ist Griechenland bereits im sechsten Jahr seiner Schuldenkriese. Diese Argumente hört man auch schon seit 6 Jahren. Mit der Umsetzung dieser Reformen ist wohl noch nicht begonnen worden.
    Einer unserer heimischen MdB`s ist als stellvertretender Fraktionsvorsitzender seiner Partei für Finanzen zuständig und daher auch mit Griechenland befasst. Ich habe mehrfach mit ihm in Sachen Griechenland gesprochen.
    Er sagte mir, ein wahrer Musterschüler sei Irland. Spanien und Portugal hätten schon sehr viel erreicht, aber Griechenland zeige sehr wenig Bereitschaft, dringend notwendige Reformen durchzuführen.
    Die weiteren Passagen dieses Artikels beschreiben die Zustände, welche sich in Griechenland mit der Einführung einer neuen Währung einstellen könnten. Das deckt sich auch weitgehend mit dem, was seit dem Wochenende in den Medien pausenlos beschrieben wird.
    Nun kann ja niemand Griechenland aus der Währungsunion drängen. Aber im Moment lebt das Land wohl durch die Notkredite der EZB. Diese will das Notkreditvolumen aber nicht erhöhen, und das Geld dürfte bald aufgebraucht sein. Die Banken sind diese Woche geschlossen. Im Moment gibt es noch die Schlangen vor den Geldautomaten. Das könnte sich dann auch bald erledigt haben, weil es kein Geld mehr gibt. Die Rente wird man auch nicht mehr in EURO gutschreiben können. Natürlich kann das Land den EURO behalten. Ich kann nicht erkennen, welchen Vorteil der EURO unter diesen Umständen noch für Griechenland haben sollte. Muß ich aber auch nicht. Also müsste eine neue Währung her. Die Drachme? Sie kann auch ganz anders heißen.
    Nun ist die griechische Bevölkerung aufgerufen, am Sonntag ihr Votum abzugeben. Auch dies hätte schon viel früher geschehen können. Die Griechen stimmen über etwas ab, was es garnicht mehr gibt. ( O-Ton Schäuble). Trotzdem beneide ich die Griechen. Ich würde auch gerne zu einer Abstimmung zum Thema Griechenland gehen.
    Ich bin jetzt schon gespannt, wie die Abstimmung ausgeht und, wie es dann weitergeht.

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