Doha-Tagebuch 28.11.08: Sektempfang

Die französische Präsidentschaft hatte europäische NROs heute in die mondäne französische Botschaft eingeladen. Mit dem hier ansonsten nicht so leicht erhältlichen französischen Rotwein tröstet sich die Szene über den bejammernswerten Zustand des Abschlussdokuments hinweg.
Der Präsident der Generalversammlung, der nicaraguanische UNO-Botschafter Miguel d’Escoto träufelte bei einer Pressekonferenz mit einem besonders radikalen Diskurs Balsam auf geschundene NRO-Seelen. Aber sein Einfluss auf die Abschlusserklärung ist ungefähr so groß wie der seines Landes auf Entscheidungen im IWF.
Während d’Escoto sprach sass ich in einem Briefing des Global Fund für Nichtregierungsorganisationen über Debt2Health. Dazu hatte sich überraschenderweise auch der australische Entwicklungsminister Bob McMullen eingefunden. Das Gespräch mit einem Minister, der tatsächlich zum Zuhören gekommen war, war bis jetzt ein echtes Highlight meines Aufenthalts hier. Australlien ist ein Kandidat für einen nächsten Debt2 Health Deal mit Indonesien.
Nachtrag: Kurz vor Mitternacht macht die Nachricht die Runde, dass d’Escoto ein komplett neues Outcome Document auf den Tisch legen will und einen Tag lang versuchen, dafür ausreichende Unterstützung zu gewinnen. Das wäre dann vermutlich so etwas wie ein allgemein gehaltenes “Chairman’s Summary”, welches allenfalls zur Gesichtswahrung bei einem eigentlichen Scheitern der Konferenz dienen wird. Von HWZ erfahren wir morgen früh hoffentlich mehr.

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